Zucht- und Haltungsrichtlinien

1        Haltungsrichtlinien

 

1.1     Tierschutzgesetz

 

1.1.1  Das jeweils gültige Tierschutzgesetz mit seinen Ausführungsbestimmungen ist im Sinne einer Mindestanforderung für alle Mitglieder bindend.

 

1.2     Lebensraum

 

1.2.1  Die Mitglieder sind verpflichtet, grundsätzlich in Wohngemeinschaft mit ihren Katzen zu leben. Für jedes gehaltene Tier ist ein Lebensraumminimum von 5 qm als Richtmaß einzuhalten.

          Käfighaltung in jeder Form und ausschließliche Zwingerhaltung sind verboten. Im Zuwiderhandlungsfalle hat der Ausschluß aus dem FES zu erfolgen.

          Auch Deckkater dürfen nicht isoliert gehalten werden. Ihnen ist Menschenkontakt zu ermöglichen und gegebenenfalls ein kastriertes Tier beizugeben und/oder Sichtkontakt zu anderen Katzen zu ermöglichen, sowie täglich zumindest einmal Aufenthalt in der Gruppe.

          Bei vorübergehend notwendiger Deckkater-Separierung oder medizinisch erforderlicher Isolation einzelner Tiere ist darauf zu achten, daß jedem Tier ein Lebensraum von 5 qm Grundfläche bei mindestens 2 m Höhe zur Verfügung steht. Der Raum muß sauber, gut beheizbar, zugfrei und mit Tageslicht und Frischluftzufuhr versehen sein. Es müssen ausreichend Toiletten sowie Liege- und Kratzmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

          Auf tierärztliche Anordnung (Attest) ist eine vorübergehende Unterbringung in einem Quarantänekäfig möglich.

 

1.3     Pflege und Ernährung

 

1.3.1  Die Tiere sind artgerecht zu ernähren. Die Futtermenge richtet sich nach der Körperkonstitution. Unterernährung ist zu vermeiden.

          Den besonderen Ernährungsbedürfnissen von tragenden und säugenden Kätzinnen sowie von Jungtieren ist Rechnung zu tragen.

 

1.4     Körperliche Eingriffe

 

1.4.1  Katzen beiderlei Geschlechts, mit denen nicht gezüchtet wird, sind zu kastrieren.

          Es ist verboten, weibliche Tiere allein zu sterilisieren und sie potenten Katern als Gesellschaft beizugeben.

          Künstliche Veränderungen kosmetischer Art und die Amputation von Krallen sowie sonstige Eingriffe sind verboten.

          Im Zuwiderhandlungsfalle hat der Ausschluß aus dem FES zu erfolgen.

 

1.5     Krankheiten

 

1.5.1  Im Falle auftretender Krankheiten sind die Mitglieder verpflichtet, einen Tierarzt zu konsultieren.

          Infektiöse Krankheiten sind dem FES binnen 10 Tagen nach Bekanntwerden anzuzeigen.

          Danach wird vom FES eine totale Zwingersperre ausgesprochen, die so lange gilt, bis durch ein tierärztliches Attest nachgewiesen wird, daß der gesamte Tierbestand frei ist von jeder übertragbaren Krankheit.

          Während der Dauer der Zwingersperre darf der Tierhalter keine Ausstellungen oder sonstigen Veranstaltungen besuchen, keine Katzen zum Decken annehmen oder weggeben und keine Tiere abgeben oder verkaufen. Alle Angaben sind vertraulich zu behandeln.

 

1.6     Impfungen

 

1.6.1  Jedes Tier ist gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen zu grundimmunisieren.

          Schutzimpfungen dürfen ausschließlich von einem Tierarzt vorgenommen werden.

          Dem aktuellen wissenschaftlichen Stand sollte Rechnung getragen werden.

 

1.7     Haltungskontrolle

 

1.7.1  Der Zuchtwart des FES ist berechtigt, sich persönlich oder durch zwei von ihm beauftragte Personen nach vorheriger Anmeldung von der artgemäßen Haltung der Tiere zu überzeugen.

          In Katzenhaltungen, für die ein Zwingername registriert wurde, kann die mit der Haltungskontrolle beauftragten Personen nach vorheriger Anmeldung eine Zwingerkontrolle durchführen. Dabei wird diesen der gesamte Wohnbereich incl. eventuellen Nebenräumen, Kellerräumen etc. zugänglich gemacht.

          Bei einer beanstandeten Katzenhaltung wird gemäß 1.9 verfahren.

 

1.8     Haltungsstatistik

 

1.8.1  Jedes Mitglied ist gehalten, den ihm zum Jahresende zugestellten Fragebogen zur Haltung seiner Tiere vollständig und wahrheitsgemäß auszufüllen und ihn bis zum 31.01. des Folgejahres unterschrieben an den Zuchtwart des FES zurückzureichen.

          Alle Angaben werden vertraulich behandelt und dienen rein statistischen Zwecken.

 

1.9     Zuwiderhandlung

 

1.9.1  Bei Bekanntwerden eines Verstoßes gegen die bestehenden Haltungsrichtlinien in einem oder mehreren Fällen wird, sofern in den Haltungsrichtlinien nichts anderes gesagt ist, wie folgt verfahren:

          An das betreffende Mitglied ergeht seitens des Vorstands des FES die Aufforderung zur schriftlichen Stellungnahme innerhalb einer bestimmten Frist.

          Läßt das Mitglied die gesetzte Frist schuldhaft verstreichen oder/und liefert es eine unzureichende, darin den Verstoß nachweisende Begründung für sein Verhalten, spricht der Vorstand einen Verweis aus und setzt ein Bußgeld fest.

          Im Rahmen dieses Verweises ergeht an das Mitglied schriftlich die Aufforderung zur Abänderung des Mißstandes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.

          Die Beweispflicht liegt beim Mitglied.

          Ungeachtet dessen behält sich der Vorstand des FES das Recht vor, sich vor Ortpersönlich oder durch zwei von ihm beauftragte Personen vom Befolgen seiner Anweisungen zu überzeugen.

          In dem Falle, daß durch den Verstoß einer zweiten Person und deren Tieren ein nachweislicher Schaden entstand, wird das betreffende Mitglied zur Zahlung von Schadenersatzforderungen herangezogen.

          Bei Nichtbeachtung der Weisungen des Vorstandes oder nochmaligem Verstoß gegen die Haltungsrichtlinien hat der Ausschluß aus dem FES zu erfolgen.

          Dem Vorstand des FES ist das Recht auf Stellung einer Strafanzeige vorbehalten.

 

2        Zuchtrichtlinien

 

2.1     Allgemeines

 

2.1.1  Züchter ist, wer eine in seinem Besitz befindliche Katze decken läßt bzw. Eigentümer der Mutterkatze eines Wurfes am Tage der Geburt der Jungtiere ist.

          Die Züchter dürfen die Zucht nur als Hobby und nicht zum Gelderwerb betreiben.

 

2.2     Zwingername

 

2.2.1  Jeder Züchter im FES ist verpflichtet, einen Zwingernamen zu beantragen. Bei der Beantragung sind mehrere Namen zur Auswahl anzugeben. Der Antrag ist beim Zuchtwart des FES zu stellen unter Einzahlung der jeweils gültigen Gebühr. Der FESverpflichtet sich, eine Registrierung zum Schutz des Zwingernamens (Becker-Boock) vorzunehmen.

2.2.2  Alle im Zwinger eines Züchters geborenen Jungtiere erhalten zum Vornamen den Zwingernamen. Er kann dem Vornamen voran- oder nachgestellt werden.

          Eine einmal gewählte Regelung ist beizubehalten.

          Vorname und Zwingername samt allen Satzzeichen und Leerstellen dürfen aus computertechnischen Gründen 35 Stellen nicht überschreiten.

          Eingetragene Zwingernamen sind als Vornamen unzulässig.

2.2.3  Jeder Züchter hat nur Anspruch auf einen einzigen Zwingernamen.

2.2.4  Die Bildung von Zuchtgemeinschaften zwischen bis zu drei Personen verschiedenen Wohnsitzes ist zulässig.

          Bei der Beantragung des Zwingernamens ist eine Hauptadresse anzugeben, die zugleich als Züchteradresse fungiert.

2.2.5  Zwingernamen anderer Vereine können bei Eintritt in den FES übernommen werden, sofern derselbe Name noch nicht für ein anderes Mitglied registriert wurde und nicht andere Gründe dagegen sprechen.

          Hierüber entscheidet der Vorstand des FES.

         

          Die Beantragung eines zusätzlichen Zwingernamens in einem anderen Verein ist nicht erlaubt.

 

2.3     Zulassung zur Zucht

 

2.3.1  Allgemeine Bestimmungen

 

2.3.1.1 Zuchttiere beiderlei Geschlechts müssen vor der ersten Verpaarung während einer anerkannten, internationalen Ausstellung oder durch einen internationalen Richter außerhalb einer Ausstellung in der offenen Klasse mindestens die Formnote "vorzüglich" erhalten haben.

          Der Nachweis ist durch eine Kopie des Richterberichtes zu erbringen.

          Für Kater, die vor Vollendung des 10.Lebensmonates die Geschlechtsreife erlangen und deren Ruhigstellung nicht möglich ist, kann der FES auf Antrag eine Ausnahme genehmigen.

          Der "vorzüglich"-Nachweis ist dann innerhalb des folgenden halben Jahres nachzureichen.

          Mit dem Erreichen des Champion Titels entfällt automatisch die Nachweispflicht für ein "vorzüglich".

          Bei bestimmten Zuchtprogrammen ist eine Ausnahme möglich. Diese kann auf Antrag genehmigt werden. Anträge hierfür sind an den Zuchtwart des FES zu richten.

          Die betreffenden Tiere sind einem vom FES zu benennenden Richter vorzuführen, der sie hinsichtlich ihrer Zuchttauglichkeit beurteilt.

2.3.1.2 Tiere ab dem vollendeten 10. Lebensjahr dürfen nicht mehr zur Zucht verwendet werden.

          Sie sind zu kastrieren.

          Begründete Ausnahmen von dieser Regelung kann der Zuchtwart des FES nach gewissenhafter Prüfung des Zuchtzieles und Einreichen eines tierärztlichen Gesundheitsattestes für das betreffende Tier genehmigen.

 

2.3.2  Verpaarungsbestimmungen

 

2.3.2.1 Mit der Annahme zur Deckung erklären Kater- und Katzenhalter, daß alle ihre Tiere frei sind von ansteckenden Krankheiten und/oder Parasiten und keinen Kontakt hatten oder haben zu Tieren mit ansteckenden Krankheiten und/oder Parasiten.

          Kein Katerhalter kann verpflichtet werden, eine zwingerfremde Katze zum Decken anzunehmen.

2.3.2.2 Um eine Ausbreitung latent vorhandener, übertragbarer Krankheiten auf ein Mindestmaß zu beschränken, dürfen Ausstellungstiere generell erst zwei Wochen nach einer Ausstellung zur Paarung zugelassen werden.

2.3.2.3 Es ist Deckkaterhaltern untersagt, Katzen zur Deckung anzunehmen, deren Besitzer in keinem Zuchtverband Mitglied sind, um damit die ungezielte Vermehrung von Katzen zu vermeiden.

2.3.2.4 Jeder Kater darf immer nur mit einer Katze verpaart werden.

          Nach beendeter Deckung darf ihm erst nach einer Pause von mindestens zwei Wochen wieder eine zwingerfremde Katze zugeführt werden.

          Der Katerhalter hat zu gewährleisten, daß jede zur Deckung vorgesehene Katze aus dem eigenen oder einem fremden Zwinger ausschließlich von einem einzigen Kater gedeckt wird.

          Jungtiere aus versehentlichen Doppeldeckungen erhalten Stammbäume nur nach Vaterschaftstest.

          Eine gedeckte Katze darf frühestens 4 Wochen nach Deckung mit einem anderen Kater zusammenkommen.

          Dies gilt auch, wenn eine Zuchtkatze entlaufen war.

2.3.2.5 Weibliche Tiere dürfen erst mit vollendetem 12. Lebensmonat zum ersten Mal gedeckt werden.

          In Ausnahmefällen (z.B. Dauerrolligkeit) kann der Zuchtwart des FES bei Einreichen eines tierärztlichen Gesundheitsattestes die Deckung ab vollendetem 10.Lebensmonat gestatten.

          Bei einer Deckung vor Vollendung des 10.Lebensmonates wird ein Attest nicht anerkannt.

          Bei Verstößen kann der Vorstand des FES ein Bußgeld festsetzen.

2.3.2.6 Jede Katze darf innerhalb von 2 Jahren höchstens 3 Würfe zur Welt bringen.

          Zwischen zwei Wurfterminen müssen wenigstens 6 Monate liegen, um zu gewährleisten, daß ein Muttertier nicht gleichzeitig einen Wurf säugt und einen zweiten trägt.

          Stammbäume für Jungtiere weiterer Würfe werden nicht erstellt.

          Im Zuwiderhandlungsfalle kann der Vorstand des FES ein Bußgeld festsetzen.

2.3.2.7 Jeder im Zwinger gefallene Wurf ist gegenüber dem Zuchtamt meldepflichtig.

 

2.4     Stammbäume

 

2.4.1  Stammbaumbeantragung

 

2.4.1.1 Nur Mitglieder des FES können Stammbäume beantragen. Es müssen alle in einem Wurf geborenen Jungtiere registriert werden. Für jedes wird ein über 4 Ahnengenerationen reichender Stammbaum erstellt.

2.4.1.2 Stammbäume sind innerhalb von 8 Wochen nach der Geburt beim Zuchtwart des FES zu beantragen. Farbe, Geschlecht und Name können nachgemeldet           werden. Wird die Beantragungsfrist versäumt, kann der Zuchtwart des FES die Ausstellung von Stammbäumen verweigern.

          Bei der Beantragung sind einzureichen:

  • Deckbescheinigungs-/Wurfmeldeformular mit Angabe der vollständigen Wurfgröße einschließlich eventueller Totgeburten,

  • Fotokopie der Elternstammbäume, falls diese noch keinen beim FES registrierten Wurf großgezogen/gezeugt haben,

  • Fotokopie des Impfpaßes,

  • gegebenenfalls Nachweis der "vorzüglich"-Bewertungen, sofern es sich um einen erstmaligen Wurf/eine erstmalige Deckung handelt und dieser Nachweis noch nicht registriert wurde,

  • Nachweis der Ergebnisse von vorgeschriebenen rassespezifischen Untersuchungen (siehe Anhang der Zuchtrichtlinien)

Bis zum entgültigen Druck können nachgereicht werden:

  • Chipnummern

  • Audiometrietests

  • Farbänderungen bzw. entgültige Farben (z. B. bei Pointrassen)

  • DNA-Profile

2.4.1.3 Für Jungtiere ohne Zucht- und Showqualität kann auf schriftlichen Antrag des Züchters im Stammbaum ein entsprechender Vermerk ausgedruckt werden. Gleichzeitig erfolgt eine entsprechende Registrierung in der Zentralkartei, die nur auf Antrag des Züchters wieder gelöscht werden kann.

2.4.1.4 Es wird empfohlen, zumindest für die zukünftigen Zuchttiere eines Wurfes ein DNA-Profil (molekularbiologischer Fingerabdruck) erstellen zu lassen, besser noch für alle Tiere.

 

2.4.2  Wurfabnahme

 

2.4.2.1 Der Vorstand des FES, im besonderen der Zuchtwart, berät die Mitglieder in allen züchterischen Fragen.

          Ihm sind Würfe unverzüglich nach Geburt anzuzeigen.

          Die Abnahme der Würfe erfolgt in der Regel durch ein oder zwei Mitglieder des Vorstands des FES.

          Es können grundsätzlich ein oder zwei andere Mitglieder des Vereines sowie praktizierende Tierärzte mit der Wurfabnahme beauftragt werden. Für jeden Wurf wird die Abnahme per Zertifikat bescheinigt.

          Bei Abnahme durch einen Tierarzt ist dem Zertifikat ein entsprechender Vermerk hinzuzufügen, und es ist vom Zuchtwart des FES gegenzuzeichnen.

 

2.4.3  Umschreibungen und sonstige Registrierungen

 

2.4.3.1 Jeder Züchter kann die Stammbäume von aus anderen Vereinen erworbenen Katzen umschreiben lassen.

          Dazu ist der Originalstammbaum beim FES einzureichen.

          Daneben ist er verpflichtet, Katzen registrieren zu lassen, sobald sie zur Zucht eingesetzt bzw. ausgestellt werden sollen. Die Erstellung eines DNA-Profils (molekularbiologischer Fingerabdruck) wird empfohlen.

          Umschreibungen und Registrierungen erfolgen unter der Voraussetzung, daß der Stammbaum einer genetischen Überprüfung standhält und nicht andere schwerwiegende Gründe dagegen sprechen.

          Bei der Umschreibung wird der Zwingername übernommen. Die Vorfahren werden wie angegeben aufgeführt.

          Alle von aus anderen Vereinen übernommenen Stammbäume erhalten im Kopf des Neuausdrucks den Vermerk "übernommen von/vom (folgt der Name des Vereins)".

2.4.3.2 Verstorbene Tiere sind dem Verein zwecks Streichung in der Datei anzuzeigen.

2.4.3.3 Eigenmächtige Änderungen in Stammbäumen sind unzulässig und machen den Stammbaum als Dokument wertlos.

          Von dieser Regel ausgenommen sind auf Ausstellungen erworbene Zertifikate, die am Fuß des Stammbaumes eingetragen werden können.

2.4.3.4 Bewertungen für den Erhalt eines Titels müssen unter Einsendung der fotokopierten Urkunden dem FES gemeldet werden.

          Er kann hierfür Titelkarten oder Titelurkunden ausgeben und ist verpflichtet, die Mitteilung zu registrieren.

2.4.3.5 Farbänderungen in bereits ausgestellten Stammbäumen können nach einer Richterbewertung auf einer deutschen Ausstellung mit Gegenzeichnung durch den Zuchtwart des FES oder außerhalb von Ausstellungen durch einen vom Zuchtwart benannten Richter erfolgen.

          Eine Umschreibung der Farbe kann nur einmalig durchgeführt werden.

2.4.3.6 Namens- und/oder Geschlechtsänderungen werden auf Antrag vom Zuchtbuchamt durchgeführt.

          Fehlerhafte Angaben bei der Beantragung von Stammbäumen können jederzeit auf Antrag vom Zuchtbuchamt geändert werden.

          Dies gilt auch, wenn sich erst nach Ausstellung der Stammbäume herausstellt, daß sie genetische Fehler enthalten.

2.4.3.7 Bei Unklarheiten wird den Züchtern empfohlen, die in Frage stehende Katze auf einer Ausstellung oder außerhalb einer Ausstellung einem Richter oder dem Zuchtwart vorzustellen.

 

2.5     Abgabe von Tieren

 

2.5.1  Jedes abzugebende Tier muß gesund und parasitenfrei sein.

2.5.2  Beim Verkauf oder der Abgabe eines Tieres sind dem neuen Besitzer der Stammbaum, (das Besitztransfer) und der Impfpaß auszuhändigen, sobald der volle Kaufpreis bezahlt wurde.

2.5.3  Es wird angeraten, Tiere nur mit Verkaufs-/Übergabevertrag abzugeben.

          Darüber hinaus ist der Züchter/Vorbesitzer verpflichtet, für jedes von ihm abgegebene Tier folgende Angaben zu registrieren:

          Name, Geburtsdatum, Rasse und Geschlecht des Tieres, die Zuchtbuchnummer, sowie Name und Adresse des neuen Besitzers.

2.5.4  Es ist verboten, Tiere an Zoohandlungen, Warenhäuser, Tierhändler, Pelztierfarmen und Versuchstieranstalten abzugeben.

          Zuwiderhandlungen ziehen den sofortigen Ausschluß aus dem FES nach sich.

          Die Vermittlung über eine Zoohandlung, wobei das betreffende Tier bis zur Abgabe beim Züchter bleibt, ist gestattet.

2.5.5  Jungtiere dürfen frühestens nach Vollendung der 12.Lebenswoche abgegeben werden. Sie müssen zum Zeitpunkt der Abgabe eine vollständige Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen haben.

2.5.6  Bei der Abgabe eines Tieres ist der neue Besitzer genauestens über die Ernährungsgewohnheiten des betreffenden Tieres zu informieren.

 

2.6     Deckkaterverzeichnis

 

2.6.1  Um einen Kater ins Deckkaterverzeichnis aufzunehmen, ist es notwendig, daß das betreffende Tier wenigstens einen lebenden und gesunden Wurf gezeugt hat.

2.6.2  Beim Zuchtamt der Nachweis einer Richterbewertung mit mindestens der Formnote "vorzüglich" in der offenen Klasse vorzulegen.

2.6.3  Die Aufnahme des Katers in das Deckkaterverzeichnis erfolgt nur auf schriftlichen Antrag des Besitzers über das Zuchtamt.

          Für Änderungsmeldungen ist ebenfalls der Besitzer zuständig.

 

2.7     Zuchtbeschränkungen

 

2.7.1  Allgemeine Bestimmungen

 

2.7.1.1 Die Zucht unterliegt den Bestimmungen des geltenden Tierschutzgesetzes.

          Das Gutachten zur Auslegung von § 11b des TSchG ist Grundlage züchterischen Handelns.

2.7.1.2 Vom Züchter sind Aufzeichnungen zur Zuchtdokumentation zu führen und auf Verlangen offen zu legen.

2.7.1.3 Züchter tragen Verantwortung für ihre Zuchtresultate. Sie müssen ihre Zuchtziele benennen und grundlegende Kenntnisse über Genetik, Haltung und Aufzucht von Katzen nachweisen können.

2.7.1.4 Die Elterntiere eines Wurfes sind so zu wählen, daß eine enge Verwandschaftszucht, eine Übertypisierung und die Weitergabe von Defekten vermieden werden zugunsten gesunder und vitaler Nachkommen.

2.7.1.5 Die Zucht mit Katzen ist nicht erlaubt, wenn damit gerechnet werden muß, daß bei den Nachkommen durch ererbte Defekte Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.

2.7.1.6 Von der Zucht ausgeschlossen sind Katzen, die Merkmalsträger oder bekannte Anlageträger von solchen Defekten sind, die im Gutachten zur Auslegung von § 11b des TSchG benannt werden.

          Zur Umsetzung dieser Bestimmung sind die Ausführungen im Anhang der Zucht- und Haltungsrichtlinien zu befolgen. Hier werden die jeweils gültigen Regelungen innerhalb des Vereins festgehalten.

          Dieser Anhang ist Bestandteil der Zuchtrichtlinien und für alle Vereinsmitglieder bindend ab dem 20.09.2014.

2.7.1.7 Die Zucht mit folgenden Rassen ist verboten: Manx, Cymric, Scottish Fold, Highland Fold, Pudelkatze, Munchkin, Kängurukatze.

2.7.1.8 Bei wissentlicher Verpaarung von Katzen entgegen den oben genannten Zuchtbeschränkungen erfolgt der Ausschluß aus dem FES.

 

2.7.2  Verwandtenverpaarungen

 

2.7.2.1 Die Verpaarung von Vollgeschwistern sowie Eltern-Kind ist vor der Deckung beim Zuchtamt zu beantragen unter Beifügung der Stammbaumkopien beider Paarungspartner und genauer Angabe des Zuchtzieles.

          Die Jungtiere aus einer solchen Verpaarung müssen tierärztlich untersucht werden. Das Gutachten ist der Wurfmeldung beizufügen. Das Ergebnis wird im Stammbaum vermerkt.

          Dieselbe Regelung gilt auch für die Verpaarung von Partnern, in deren Vorfahrenreihe nur 10 oder weniger verschiedene Ahnen in drei aufeinander folgenden Generationen auftreten. Zu zählen sind die Paarungspartner selbst, deren Eltern und Großeltern.

 

2.7.3  Rassekreuzungen und Farbverpaarungen

 

2.7.3.1 Rassekreuzungen sind nicht gestattet. Sie werden nur dann vom Vorstand des FES genehmigt, wenn sie einem gut durchdachten und geplanten Zuchtziel dienen. Die Zuordnung der aus einer Rassekreuzung gefallenen Jungtiere erfolgt im Zweifelsfall durch einen Richter. Die Tiere werden dann unter der entsprechenden Rasse im Experimentalstammbuch eingetragen. Vor dieser Zuordnung sind die Tiere mit den entsprechenden Rassenummern für "andere Lang-, Semi- bzw. Kurzhaar" im Experimentalstammbuch einzutragen.

          Diese Tiere sind nur nach Genehmigung durch den Zuchtwart zur Zucht zugelassen.

          Die Verpaarung innerhalb der folgenden Gruppen gilt als rassegleich:

          I                  Perser, Colourpoint, Exotic Shorthair

          II                 Britisch Kurzhaar, Highlander

          III                Abessinier, Somali

          IV               Siam, Orientalisch Kurzhaar, Balinesen, Mandarin (Javanesen)

2.7.3.2 Für Verpaarungen zwischen grün- und kupferäugigen Katzen muß ein begründeter Antrag beim Zuchtamt gestellt werden. Diese Regelung umfaßt ebenso Silbertabby-Tiere mit grünen oder orangefarbenen Augen.

         

          Verpaarungen von Perser-Colourpoint und BKH-Colourpoint mit weiß gescheckten, silbernen und grünäugigen Tieren müssen beantragt werden.

          Jungtiere aus solchen Verpaarungen werden im Stammbaum unter "x" - div.Farben der entsprechenden Haarkategorie eingetragen, es sei denn, sie erhalten in der Novizenklasse von einem Richter eine Farbzuordnung und die Formnote "vorzüglich". In jedem Fall erfolgt die Registrierung im Experimentalstammbuch.

          Die Tiere dürfen nur nach Genehmigung durch den Zuchtwart zur Weiterzucht verwendet werden.

          Die Vorschriften unter 2.7.3.2 gelten nicht für MCO, NFO, SIB, TUA, ABY, SOM, DLH, Rexkatzen, OCI, EUR.

          In der Gruppe IV dürfen grünäugige Katzen mit blauäugigen verpaart werden.

2.7.3.3 Zur Erhaltung der Rasse Deutsch Langhaar sind Einkreuzungen mit bevorzugt langhaarigen Hauskatzen oder Europäer (EUR) bevorzugt Langhaar zuläßig. Katzen, die als Foundation-Tiere eingesetzt werden sollen, müssen auf einer Ausstellung in der Novizenklasse 2 Richtern vorgestellt werden und von beiden Richtern eine vorzügliche bzw. exzellente Bewertung erhalten. Sie erhalten dann einen leeren Stammbaum mit einer RIEX-Ergänzung.

          Die Kitten erhalten bis zur 5. Generation RIEX Stammbäume, Kitten, die nicht in die Zucht genommen werden, erhalten einen Zuchtsperrvermerk.

 

2.8     Zucht neuer Rassen

 

2.8.1  Die Zucht neuer Rassen und Farben ist unter genauer Darlegung des Zuchtzieles und des geplanten Zuchtweges schriftlich beim Zuchtwart des FES zu beantragen.

 

2.9.    Zuwiderhandlung

 

2.9.1  Es findet Punkt 1.9 der Haltungsrichtlinien Anwendung. Das Wort "Haltungsrichtlinien" ist zu ersetzen durch das Wort "Zuchtrichtlinien".

 

2.10.  Titel und Championatsurkunden

 

2.10.1 Titelanwartschaften (mit Ausnahme des Champions) müssen auf internationalen Ausstellungen vor internationalen Richtern erworben werden. Es werden vier Bewertungen pro Wochenende anerkannt.

2.10.2 Die Championats- bzw. Premiorentitel können nach folgendem Schema erworben werden:

2.10.2.1 Champion/Premior: 3x CAC bzw. 3x CAP von 3 verschiedenen Richtern auf nationalen oder internationalen Ausstellungen

2.10.2.2 Internationaler Champion/Premior: 3x CACIB bzw. 3x CAPIB von 3 verschiedenen Richtern auf internationalen Ausstellungen in 2 verschiedenen Ländern (z. B. Deutschland und ein weiteres Land)

2.10.2.3 Großer Internationaler Champion/Premior: 3x CAGCIB bzw. 3x CAGPIB von 3 verschiedenen Richtern auf internationalen Ausstellungen in 2 verschiedenen Ländern (z. B. Deutschland und ein weiteres Land)

2.10.2.4 Europa Champion/Premior: 3x CACE bzw. 3x CAPE von 3 verschiedenen Richtern auf internationalen Ausstellungen in 3 verschiedenen Ländern (z. B. Deutschland und zwei weitere Länder)

2.10.2.5 Großer Europa Champion/Premior: 3x CAGCE (GCACE) bzw. 3x CAGPE (GCAPE) von 3 verschiedenen Richtern auf internationalen Ausstellungen in 3 verschiedenen Ländern (z. B. Deutschland und zwei weitere Länder)

2.10.2.6 Welt Champion/Premior: 3x CACM (WCAC) bzw. 3x CAPM (WCAP) von 3 verschiedenen Richtern auf internationalen Ausstellungen in 3 verschiedenen Ländern, davon 1 Land auf einem anderen Kontinent, alternativ auf einer Weltausstellung.

2.10.2.7 Kitten-Champion: 3x CACP von 3 verschiedenen Richtern auf nationalen oder internationalen Ausstellungen

2.10.2.8 Jugend-Champion: 3x CACJ von 3 verschiedenen Richtern auf nationalen oder internationalen Ausstellungen

2.10.3 Der FES e. V. erstellt Titelbestätigungen oder Titelurkunden auf Antrag des Katzenbesitzers über die jeweils erworbenen Championate. Der Antrag ist an das Zuchtamt zu senden und ihm sind die entsprechenden Ausstellungsurkunden und, falls auf diesen der Richtername nicht vermerkt ist, die Richterberichte beizufügen.

 

3        Gebührenordnung

         

          Zwingerschutzeintragung                                                          35,- Euro

          Zwingerübernahme                                                                   10,- Euro

          Stammbäume                                                                           14,- Euro

          Stammbäume laminiert                                                            16,- Euro

          Stammbaumumschreibungen                                                    8,- Euro

          Titelurkunden (auf Wunsch)                                                       5,- Euro

          Titelbestätigung (auf Wunsch)                                                          kostenlos

 

1. Fassung

Hamburg, den 20.09.2014